übungen zur Befreiung des inneren Erlebens
und zur unterstützenden Therapie bei Krebs.
Auf der Suche nach Gesundheit, Wohlbefinden und Ausgeglichenheit stoßen immer mehr Menschen
auf die Lehren und Übungen des Yoga. Daß regelmäßiges Üben von Asana (Körperübungen des Yoga)
das Wohlbefinden deutlich verbessern kann, bemerkt der Yogapraktizierende oft schon nach einigen
wenigen Übungseinheiten. Obwohl manche Bewegungsformen einige Übung erfordern, ist Yoga nicht nur
für wenige besonders Begabte geeignet, sondern, evtl. unter Aufsicht eines erfahrenen Lehrers,
auch für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit erlernbar.
Durch die Dehnungen und Streckbewegungen, verbunden mit längeren ruhigen Phasen wird
die Lebensenergie (Prana, im chinesischen als Chi bekannt), in ihrem Fluß sehr stark angeregt.
Viele kleinere Störungen des Wohlbefindens verschwinden bei regelmäßiger Yogapraxis häufig von
selbst, indem Blockaden im Energiesystem durch die Übungen aufgelöst werden. Darüber hinaus
haben Yogaübungen sehr positive Wirkungen auf den Bewegungsapparat, insbesondere die Wirbelsäule.
Sie werden daher auch gerade bei Rückenproblemen gerne empfohlen, und können helfen,
wieder eine natürlich Spannkraft im Rücken zu erlangen.
Obwohl Yoga in seinen indischen Wurzeln mehr der Suche nach Spiritualität galt, enthalten seine Übungen und philosophischen Gedanken große und vielfach noch unbekannte Möglichkeiten für die Heilkunde und therapeutische Unterstützung. In diesem Artikel sollen einige Möglichkeiten angedeutet werden, die insbesondere in der heiltherapeutischen Unterstützung bei der Krebstherapie oder Krebsprophylaxe angewendet werden können. Erforscht und herausgearbeitet wurde diese spezielle Übungspraxis durch den Heilpraktiker und spirituellen Lehrer Heinz Grill. Sie ist in dem Buch “Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht” ausführlich dargelegt.
Die Kräftigung des unteren Rückens und die Entlastung des oberen Rückens.
Krebs ist in vielen Fällen die Folge von unbewältigten seelischen Konflikten.
Aus der Psychologie kennen wir die Tatsache, dass Lebenskonflikte in eine unterbewußte
Region hinabsinken können ohne, dass sie bearbeitet, bzw. aufgearbeitet wurden.
Dies muß natürlich nicht immer zum Krebs führen, kann aber bei gehäuften Konflikten
solcher Art und bei entsprechenden Umwelteinflüssen die Disposition für diese Krankheit
deutzlich erhöhen. Das tiefere Emfpfindungsleben des betreffenen Menschen erfährt aber
durch ungelöste Konflikte in jedem Fall eine Einschnürung oder Blockade, die jedoch
meist nicht bemerkt wird.
Im Körper, der immer auch ein Spiegelbild der inneren seelischen Prozesse darstellt,
finden solche Empfindungsblockaden nun einen äußeren Ausdruck: Sie manifestieren sich häufig
als Blockaden der Wirbelsäule, der zentralen Achse unserer Persönlichkeit.
Es gibt viele Möglichkeiten, die gewissermassen unter die Schwelle des Bewusstseins
herabgesunkenen Konfliktherde und Verletzungstraumen zu bearbeiten. Die Psychologie kennt
hier sehr gute und erprobte Mittel. Ein weiterer Ansatzpunkt wäre jedoch das Vorgehen über
die Arbeit mit dem Körper.
Yogastellung Halbmond mit deutlich sichtbarer Blockade der Brustwirbelsäule
Unter Anleitung eines fachkundigen Yogatherapeuten kann nun eine Bewusstseinsarbeit beginnen, welche diese Bereiche neu mit Energie und Bewusstsein versorgt. Zuerst wird die Yogastellung von ihrer körperlichen Seite her erarbeitet und eingenommen. Aus dem Kniestand wird ein Bein nach vorne aufgestellt und die Hüften sinken Richtung Boden. Ist dieser Stand nicht möglich, kann auch der Kniestand beibehalten werden. Nun führt der Yogatherapeut den Übenden an die Rückwärtsbeuge des Oberkörpers vorsichtig heran. In einem ersten Lernschritt kann eine differenzierte Durchspannung des ganzen Rückens erarbeitet werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf eine möglichst genaue Lokalisierung der betroffenen Wirbelkörper gelegt. Der Übende lernt die Blockade, evtl. auch durch die Unterstützung des Therapeuten mit Fingerdruck genau an der Stelle zu lokalisieren, wo sie ihren Mittelpunkt hat.
Lokalisieren des Blockadebereichs durch den Yogatherapeuten.
Ist dieser Punkt lokalisiert, erfolgt im zweiten Schritt die Bildung ganz konkreter Vorstellungen,
welche eine Neubelebung der betroffenen Partien anregen sollen: Der Übende stellt sich vor,
wie jene Regionen wieder mit neuer Energie versorgt und “durchlichtet werden. Dies weniger im
Sinne einer Suggestion, sondern mehr als klare gedankliche Vorstellung. Während Suggestionen
mehr über das Unbewusste einwirken, achtet der Therapeut hier ganz besonders auf die Wachheit
und Beobachtungskraft des Bewusstseins beim Übenden. Die Wirkung solcher klar und deutlich
gefassten “Gedankenbilder” auf die Rückenflexibilität ist erstaunlich. Schon nach einigen
Tagen der Übung zeigt sich deutlich eine Verbesserung.
Die hier geschilderte Übung zeigt natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten,
auf diese Weise therapeutisch zu arbeiten.
Neue Empfindungsweite
Neben der neu gewonnen Beweglichkeit fällt den Betroffenen vor allem eine neugewonne
Weite im Empfindungsleben auf, die es vor allem ermöglicht, diejenigen Seiten des Lebens,
welche mit der Verletzung korrespondieren und welche evtl. auch abgespalten und verdrängt wurden,
wieder neu und freier entgegenzunehmen.
In diesem Sinne scheint ein solcher therapeutischer Einsatz von Übungen sehr wertvoll
für viele Formen psychischer Verdrängungsmuster und Blockaden.
Bernhard Spirkl
